Leserbrief von Hanni Schriber zur Tangente Zug-Baar
Die geplante Kantonsstrasse vom Autobahnanschluss Baar über Inwil hinauf Richtung Talacher und Ägerital bringt der betroffenen Bevölkerung und der Umwelt vor allem Nachteile. Zudem stehen Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis.
Die Modellrechnung des Kantons zeigt auf, dass nur ein Drittel, zirka 8000 Automobilisten von den Berggemeinden, die über den Kreisel Talacher fahren, direkt auf die Autobahn bei Baar wollen. Die überwiegende Mehrheit fährt weiterhin in die Zentren von Baar und der Stadt Zug. Deshalb hat die Tangente auch keine effektive Entlastung auf diese Zentren, sondern ist nur eine streckenweise Umverlagerung des Verkehrs, z. B. auf die Guthirtstrasse. Dieses neue Strassenprojekt wird also die täglichen Stausituationen nicht wie erhofft aufheben können.
Gerade mit dem Sechsspurausbau der Autobahn wird dies in der Region besonders sichtbar werden. Namentlich bei der Autobahnauffahrt Baar, beim Knoten Süd-/Weststrasse wird es zusätzliche Staus geben, da dieser Knoten bereits mit der Nordzufahrt an seine Kapazitätsgrenze stösst.
Der verkehrsmässige Nutzen der Tangente ist also für die Stadt Zug gleich Null und für Baar nur sehr gering. Die Kosten/Nutzen-Bilanz für die Tangente ist für mich absolut ungenügend, darum lehne ich dieses 200 Mio. Strassenprojekt ab und stimme Nein.
Hanni Schriber-Neiger
Kantonsrätin Alternative Grüne Fraktion, Rotkreuz